VdK kritisiert fehlende Barrierefreiheit im neuen Baugesetz

Heute steht im Niedersächsischen Landtag ein Gesetz zur Änderung der Niedersächsischen Bauordnung auf der Tagesordnung, um mehr und günstigeren Wohnraum zu schaffen. Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen begrüßt grundsätzlich solch ein Vorhaben, übt aber deutliche Kritik an der fehlenden Barrierefreiheit

„In nahezu allen Lebensbereichen steigen die Preise und bezahlbare Wohnungen sind rar geworden“, erklärt VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe. „Daher ist es ein guter Ansatz, wenn nun schneller, einfacher und günstiger gebaut werden kann – etwa durch serielles Bauen und die Aufstockung von bestehenden Gebäuden.“

Ganz und gar nicht einverstanden ist der VdK hingegen, dass die Barrierefreiheit bei diesem Gesetz ganz bewusst ausgeklammert wird. Denn beim Aufstocken vorhandener Gebäude kann nun auf einen Aufzug verzichtet werden. „Das spart zwar Baukosten, geht aber eindeutig zulasten von Menschen mit Behinderung, Älteren und Familien mit Kindern. Barrierefreiheit bleibt hier wieder einmal völlig auf der Strecke, das darf im Jahr 2024 einfach nicht mehr sein!“, mahnt Friedrich Stubbe.

Der VdK Niedersachsen-Bremen sieht den dringenden Bedarf an Wohnraum im Bundesland. Er warnt aber davor, Barrierefreiheit weiter zu vernachlässigen, zumal barrierefreie Wohnungen aufgrund des demographischen Wandels mehr denn je gebraucht werden. „Durch Regelungen wie diese wird ein Großteil der Bevölkerung bewusst von der Nutzung dieser Wohnräume ausgegrenzt und das dürfen wir nicht hinnehmen. Daher appellieren wir an die Landespolitik, den Ein- oder Anbau von Aufzügen zum Erreichen von aufgestocktem Wohnraum deutlich stärker zu fördern“, so der VdK-Chef.

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