JA zum Alter: Bedeutung älterer Menschen muss mit Zahl steigen

Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober bekräftigt der VdK seine Forderungen für die ältere Generation. Diese wird bis zum Jahr 2045 erheblich ansteigen, das hat die 5. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen ergeben. Die Zahl der jüngeren erwerbstätigen Menschen wird sich dagegen verringern.

Die Worte "Ja zum Alter" mit Kreide gemalt
Der VdK Niedersachsen-Bremen beteiligt sich gerne an der Aktion der BAGSO und macht auf die Bedürfnisse der älteren Generation aufmerksam. © VdK

Die Berechnung wird alle drei bis vier Jahre vorgenommen, um die Bevölkerungszusammensetzung in der Zukunft vorhersagen zu können. Laut der jüngsten Vorausberechnung wird die Zahl der ab 65-Jährigen in Niedersachsen zum Jahr 2045 voraussichtlich um 22,7 Prozent auf rund 2,28 Millionen Menschen steigen. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Personen ab 65 Jahren noch bei 1,86 Millionen Menschen.

Gleichzeitig wird die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren um etwa 15 Prozent (696.000 Personen) sinken. Damit erhöht sich der Altenquotient von 40 (2024) auf 57,8 (2045). Der Altenquotient ist die Zahl der Menschen ab 65 Jahren, die 100 Personen im Erwerbsalter gegenübersteht. Diese Zahlen unterscheiden sich jedoch stark regional. Vor allem in vielen ländlichen Regionen sinkt die Zahl der Jüngeren stark, beispielsweise im Umland von Göttingen (-29,2 Prozent). In anderen Städten wie Wolfsburg (-4,3 Prozent) gibt es nur geringe Rückgänge.

Gerechtes Rentensystem

Gerade vor diesem Hintergrund darf der Renteneintritt nicht gleichzeitig Altersarmut bedeuten. Die gesetzliche Rentenversicherung spielt bei der Einkommenssicherung im Alter immer noch eine herausragende Rolle. Freiwillige betriebliche und private Altersvorsorgeformen konnten den Leistungsabbau der gesetzlichen Rentenversicherung in den vergangenen Jahren nicht kompensieren. Der VdK fordert ganz deutlich: Die gesetzliche Rente muss zum Leben reichen und vor Altersarmut schützen!

„Eine Rentenversicherung, in die jeder Erwerbstätige einzahlt, ist für uns der Kernpunkt eines solidarischen und gerechten Rentensystems. Ob Angestellte, Selbständige, Beamte oder Berufspolitiker: Alle sollen – mit Übergangsfristen – in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Dies hätte eine finanzielle Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung zur Folge, mehr Gerechtigkeit im Bereich der Alterssicherung und eine Stärkung der Solidargemeinschaft“, stellt Friedrich Stubbe klar.

Solidarische Grundlage

Auch Pflegebedürftigkeit dürfe nicht in die Armut führen. Mit steigendem Eigenanteil können sich viele pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen eine professionelle Pflege kaum noch leisten. Der VdK fordert daher eine Pflegeversicherung, die ihr ursprüngliches Ziel erfüllt, die Menschen bei Pflegebedürftigkeit vor Armut zu schützen. Die Übernahme aller pflegebedingten Kosten ist notwendig.

„Es ist längst überfällig, dass die Pflegeversicherung auf eine solide und solidarische Grundlage gestellt wird. Der VdK schlägt eine einheitliche Pflegeversicherung vor, in die alle Bürgerinnen und Bürger, Beamtinnen und Beamte, Abgeordnete und Selbständige, und damit auch alle heute in der privaten Pflegeversicherung Versicherten einzahlen“, so der VdK-Chef.

Rund vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Die häusliche Pflege fordert den Angehörigen sowohl körperlich als auch seelisch viel ab. Einschränkungen oder sogar die komplette Aufgabe der Berufstätigkeit und die „Rund um die Uhr“-Bereitschaft sind keine Seltenheit.

„Wir brauchen mehr Freistellungsmöglichkeiten und ein Pflegegehalt für die wertvolle Aufgabe Angehörigenpflege. Es muss ein Rückkehrrecht in die Vollzeitbeschäftigung geben und pflegende Angehörige brauchen eine Kranken- und Pflegeversicherung, wenn sie nicht selbst oder familienversichert sind“, sagt der Landesverbandsvorsitzende.

Darüber hinaus müssen Entlastungsangebote flächendeckend ausgebaut werden. „Der derzeitige Entlastungsbetrag in Höhe von 131 Euro im Pflegegrad 1 darf nicht gestrichen, sondern muss sogar deutlich angehoben werden, um wirkliche Unterstützung zu bieten“, mahnt Friedrich Stubbe.

Aktion „JA zum Alter“

Der Internationale Tag der älteren Menschen (Weltaltentag) wurde im Jahr 1990 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er erinnert jährlich am 1. Oktober an die Bedeutung älterer Menschen in unserer Gesellschaft und stärkt die Solidarität zwischen den Generationen. 

Zum Weltaltentag lädt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (kurz BAGSO) Organisationen, Kommunen, Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen dazu ein, sich an der Externer Link:Aktion „JA zum Alter“ zu beteiligen. Ziel ist es, den Weltaltentag und damit das Thema Älterwerden stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken und eine positive Haltung gegenüber dem Alter zu fördern.