Kategorie Infostand Kommunalpolitik Ehrenamt

Der VdK mischt sich ein: Kommunalpolitik vor Ort

Von: Christina Diekmann

Unter diesem Motto standen zahlreiche Aktionen der Kreis- und Ortsverbände des VdK im Vorfeld der niedersächsischen Kommunalwahlen. Im Spätsommer waren viele Ehrenamtliche auf den Beinen und haben Gespräche gesucht – mit Landrats- und Bürgermeisterkandidaten, aber auch direkt mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Dabei haben sie deutlich gemacht, wo es vor Ort hakt, wollten wissen, wie die Politiker die Lage einschätzen und was sie verbessern wollen, wenn sie gewählt würden.

Die Teilnehmer der Diskussion am gemeinsamen Infotresen und den Zuschauern
Eine lebhafte Diskussion mit den Kandidaten und der Kandidatin und der Moderatorin Stephanie Vrey im Kreisverband Ammerland. © VdK

Denn nach Ansicht des VdK ist eine sozial gerechte Kommune die Grundlage für ein solidarisches Miteinander und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und soziale Gerechtigkeit entsteht nicht durch Worte, sondern durch konkretes Handeln – indem die Menschen bezahlbaren Wohnraum finden, eine menschliche Pflege erfahren, Arztpraxen auch auf dem Land zeitnah erreichen und durch einen verlässlichen und barrierefreien Nahverkehr gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

An Infoständen, auf Marktplätzen, bei Diskussionsrunden oder auch beim gemeinsamen Abendbrot fühlten die VdK’ler den Politikern ordentlich auf den Zahn. Hier einige Eindrücke:

Ammerland

Im Ammerland trafen drei potentielle Landräte bei einer Podiumsdiskussion des Kreisverbands auf 50 Ehrenamtliche. Über zwei Stunden gab es ein reges Frage-Antwort-Spiel. Moderatorin Stephanie Vrey startete mit einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Warm-Up, wobei schnelle Entscheidungen gefragt waren. 

Lange Reden ließ das Publikum dann auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung nicht gelten: Mit einem Wecker wurde die Redezeit auf je zwei Minuten pro Antwort begrenzt, denn die Themen waren vielseitig. So ging es etwa um die VdK-Forderung nach mehr bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum, aber auch um die finanzielle Belastung der Kommunen, wo die Landesregierung unterstützen müsse. Bei der Notwendigkeit einer guten Gesundheitsversorgung waren sich alle drei Kandidaten einig, dass Gesundheits-Versorgungszentren keinesfalls von Investoren betrieben und als Renditeobjekte genutzt werden dürfen. 

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Oldenburg

Mit einem Aktionsstand zur Kommunalwahl und im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern war der Kreisverband Oldenburg-Stadt in der Innenstadt präsent. Auf Einladung der Kreisvorsitzenden Birgit Ohlhoff stellten sich auch sechs der insgesamt neun Oberbürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten für die Stadt Oldenburg den Fragen des VdK und diskutierten über die Themen, die für die Menschen vor Ort wichtig sind. „Wir wollen die sozialen Anliegen der Bevölkerung sichtbar zu machen und ihnen auch in der Kommunalpolitik eine starke Stimme geben“, erklärte Birgit Ohlhoff. Die Aktion habe gezeigt: Kommunalpolitik geht alle an – und Mitmischen lohnt sich!

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Gruppenfoto am Infostand
Sebastian Fröhlich (FDP) und Jascha Rohr (Bündnis 90/Die Grünen) mit der Kreisvorsitzenden Birgit Ohlhoff am Aktionsstand (von links). © VdK

Rotenburg

Über die erste Jahreshälfte verteilt hatte der Ortsverband Rotenburg alle drei Bürgermeisterkandidaten einzeln zu Gesprächen mit den VdK-Mitgliedern eingeladen. So wurde etwa bei Abendbrot und Frühstück mit den Kandidaten über die örtliche Pflegesituation, über Altersarmut und das Thema Barrierefreiheit diskutiert. Mit einem Infotisch in der Fußgängerzone informierte der VdK-Vorstand dann auch die übrigen Kommunalpolitiker über die sozialpolitischen Forderungen des VdK.

Hier finden Sie die einzelnen Berichte:

Drei Ehrenamtliche am blau-weißen Infostand
Standen den Passanten für Fragen zur Verfügung: Die Ehrenamtlichen des Ortsverbands Rotenburg. © VdK
Bürgermeisterkandidat Stefan Fuchs stellte sich den Fragen des stellvertretenden Vorsitzenden Claus-Michael Klose (von links).

Aurich

Auch der Kreisverband Aurich-Emden hatte zu einer Diskussion mit rund 60 Gästen und den vier Landratskandidaten geladen. „Wir haben bewusst schon Ende Juli zum Gespräch gebeten, weil viele Bürger bei uns die Briefwahl nutzen und wir sie vorab informieren wollten – darauf haben wir durchweg positive Rückmeldungen bekommen“, erklärten der Kreisvorsitzende Eckhard Speckmann und sein Stellvertreter Martin Uden. Jedem Kandidaten wurde per Los ein Thema zugeteilt, dazu durfte das Publikum anschließend Fragen stellen. Dadurch kamen zahlreiche Anliegen aus der Bevölkerung zur Sprache. Hier zeigt sich, wie wichtig der offene Austausch zwischen Politik und Bürgern ist und welchen Beitrag der VdK zur Vertretung sozialer Interessen leistet.

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Gruppenfoto der Teilnehmer
Im Kreisverband Aurich-Emden: Martin Uden, Detlev Krüger, Olaf Wiltfang, Helmut Emkes, Dr. Edith Ulferts und Eckhard Speckmann (von links) freuten sich auf das Gespräch. © VdK © VdK

Hannover

Unter dem Motto „Du bist Demokratie“ präsentierte sich der VdK-Kreisverband Hannover zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und weiteren Sozialverbänden in der Innenstadt und zeigte, dass soziale Themen, Engagement und Demokratie zusammengehören. Am Glücksrad und bei Kaffee und Gebäck nutzten Bürger und politische Vertreter die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.

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Gruppenfoto
Hannovers Kreisverbandsvorsitzender Detlev Bonnekoh (rechts) beteiligte sich an der Aktion des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. © VdK

Fazit

VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe freute sich, dass seine Ehrenamtlichen zahlreiche Gelegenheiten genutzt haben, um den Politikern vor Ort bei den sozialen Themen auf den Zahn zu fühlen. „Und wir bleiben auch weiterhin am Ball“, versprach er. „Wir begleiten sie nach ihrem Amtsantritt kritisch und werden Versprechen aus dem Wahlkampf einfordern! Denn soziale Gerechtigkeit beginnt für uns vor Ort!“