Gelungene Podiumsdiskussion im Ammerland
50 VdK’ler, drei potentielle Landräte und ein reges Frage-Antwort-Spiel, wie das Leben der Ammerländer künftig verbessert werden kann – so lässt sich die Podiumsdiskussion des Kreisverbands zusammenfassen.

Im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September hatte der Kreisvorsitzende Thorsten Henkel alle Ehrenamtlichen aus den zehn Ortsverbänden eingeladen, um den Landratskandidaten Hendrik Lehners, Susanne Miks und Björn Meyer auf den Zahn zu fühlen. Und das taten sie auch: Etliche Fragen hatten sich die VdK’ler im Vorfeld überlegt, aber auch spontane Themen konnten eingebracht werden. Moderatorin Stephanie Vrey startete mit einer kurzen Vorstellungsrunde und einem Warm-Up, wobei schnelle Entscheidungen gefragt waren.
Lange Reden ließ das Publikum dann auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung nicht gelten: Mit einem Wecker wurde die Redezeit auf je zwei Minuten pro Antwort begrenzt, denn die Themen waren vielseitig. So ging es etwa um die VdK-Forderung nach mehr bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum. Das befürworteten alle drei Kandidaten und nahmen die Ammerländer Wohnungsbaugesellschaft dazu in die Verantwortung, künftig mehr zu bauen. Gleichzeitung wurde angeregt, vom klassischen Wohnkonzept im Einfamilienhaus abzuweichen und übergreifende Wohnquartiere entstehen zu lassen, in denen sich – ähnlich wie auf einem Campus – Alt und Jung in verschiedenen Wohnformen gegenseitig unterstützen. Susanne Miks verwies dabei auf das Konzept der Nachbarschaftshilfe, das viel Potenzial biete, wenn es nur stärker genutzt werde.



Viel Zustimmung gab es auch für die Notwendigkeit einer guten Gesundheitsversorgung, gerade auf dem Land und in einer älter werdenden Gesellschaft. Björn Meyer hob dabei den Ausbau der Medizinstudienplätze an der Universität Oldenburg hervor. Beim Thema medizinische Versorgungszentren befürchteten die Kandidaten, dass diese die Ärzte aus kleineren Gemeinden abziehen könnten. Auch machten sie deutlich: „Die Gesundheit der Menschen muss an oberster Stelle stehen, Versorgungszentren dürfen keinesfalls von Investoren betrieben und als Renditeobjekte genutzt werden!“ Weitere Fragen gab es etwa zur Entlastung von pflegenden Angehörigen, zur Mobilität im ländlichen Raum und zu den Vor- und Nachteilen der immer stärkeren Digitalisierung.


Hendrik Lehners betonte abschließend: „Die Kommunen sind finanziell extrem belastet. Hier muss die Landesregierung unterstützen, damit wir nicht nur über Ausgabenstreichungen diskutieren müssen, sondern den Bürgern etwa mit Eltern- oder Wohngeld gezielt unter die Arme greifen können, wenn es nötig ist.“
Aus VdK-Sicht war es ein durchaus gelungener Abend: „Wir konnten viele Fragen stellen und uns ein gutes Bild von den sozialpolitischen Zielen unserer Kandidaten machen“, erklärte Kreisvorsitzender Thorsten Henkel und ergänzte: „Außerdem haben wir den drei Bewerbern den VdK nähergebracht und ihnen einen Einblick in unsere Aufgaben und unser Engagement für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft gegeben – das war uns besonders wichtig!“