
„Wir brauchen alle Generationen im VdK“
Im Landesvorstand des VdK Niedersachsen-Bremen vertritt Miriam Wagner die Interessen der jüngeren Mitglieder. Im Interview spricht sie über gesellschaftlichen Zusammenhalt, was sie in ihrer Freizeit macht und warum sie schon mit 20 Jahren zum VdK gekommen ist.

Miriam, du bist mit 29 Jahren die Jüngste im Landesvorstand – dazu passt dein Amt als Vertreterin der jüngeren Mitglieder. Was genau machst du da?
Meine Aufgabe ist es, die Interessen jüngerer Mitglieder auf Orts- und Kreisebene zu vertreten und Wünsche oder Probleme an den Landesvorstand weiterzugeben. Dabei geht es nicht nur um Kinder und Jugendliche, sondern auch um junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters. Außerdem möchten wir jüngere Menschen für ein ehrenamtliches Engagement im VdK begeistern.
Warum vor allem Jüngere?
Wie viele andere Organisationen ist auch der VdK immer auf der Suche nach Nachwuchs im Ehrenamt. Um unser Angebot möglichst vielfältig zu gestalten, braucht es die verschiedenen Generationen im VdK, also auch Jüngere. Als Ansprechpartnerin für alle Vertreter der jüngeren Mitglieder in den Verbandsstufen arbeite ich gerade mit einem Team an einem Leitfaden, der Ehrenamtlichen in dieser Position als Starthilfe dienen kann. Wie sprechen wir Jüngere an? Welche Themen der jüngeren Generation sollten wir in den Fokus nehmen? Darum geht es zum Beispiel.
Welche Fähigkeiten sollte man für ein solches Ehrenamt mitbringen?
Kommunikation und Teamfähigkeit sind sehr wichtig. Man sollte offen für andere Meinungen sein und Interesse an sozialpolitischen Themen haben. Oft muss man sich auch in neue politische Entwicklungen einarbeiten, weil sich zurzeit alles recht schnell verändert. Das Schöne ist, dass wir gemeinsam im VdK viel bewegen können!
Du selbst bist schon mit 20 Jahren zum VdK gekommen – andere gehen in dem Alter zum Tanzen oder zur Feuerwehr.
Stimmt (lacht), aber genau diese Einstellung will ich durch mein Amt ja ändern! Ich bin beim VdK gestartet, weil mein Vater auch im Ortsvorstand aktiv war und immer noch ist. Hauptsächlich aber, weil ich Spaß am Ehrenamt habe. Man trifft viele verschiedene Menschen und lernt auch immer etwas dazu. Ich kann es also nur jedem empfehlen! Ich bin übrigens auch auf Orts- und Kreisebene als Vertreterin der Jüngeren aktiv.
Welche Veranstaltung ist dir da besonders in Erinnerung geblieben?
Zum 70-jährigen Jubiläum unseres Ortsverbands hatten wir ein vielfältiges Programm organisiert: Da hat zum Beispiel die Jugendfeuerwehr verschiedene Übungen gezeigt und das Equipment der Einsatzfahrzeuge vorgestellt. Das war für Jung und Alt ein Highlight!
Gibt es dein Lieblingsgericht eigentlich auch mal bei VdK-Veranstaltungen?
Ich habe viele Lieblingsgerichte, da findet sich bestimmt eines auch bei einer VdK-Veranstaltung. Aber manche Gerichte schmecken nur zu Hause bei Mama richtig gut.
Wie beginnt ein normaler Morgen für dich?
Als Ostfriesin mit einer guten Tasse Tee.
Welche sozialpolitischen Themen liegen dir besonders am Herzen?
Sehr wichtig finde ich die VdK-Forderung, dass Bildungsurlaub auch für Tagesveranstaltungen gilt. Viele Termine finden tagsüber statt, deshalb nutze ich oft meinen Urlaub für Sitzungen und Konferenzen. Das muss sich ändern, gerade im Hinblick auf Nachwuchs im Ehrenamt! Außerdem bezahlbarer Wohnraum – denn einerseits fehlt Wohnraum und andererseits stehen Wohnungen leer, weil die Mieten für viele nicht mehr bezahlbar sind. Und die Pflege: Der demografische Wandel zeigt seine Folgen immer deutlicher. Pflege und Gesundheitsversorgung, gerade in ländlichen Regionen, müssen langfristig sichergestellt werden.
Bleibt dir neben Beruf und Ehrenamt noch Zeit für Hobbys?
Ja und nein (lacht). Ich arbeite gerne im Garten und spiele dort mit meinem Hund. Neben Büchern und Musik ist das Ehrenamt aber tatsächlich mein zeitintensivstes Hobby. Ich engagiere mich ja nicht nur im VdK, sondern seit vielen Jahren auch bei „Viva con Agua“, einer Organisation, die Trinkwasserprojekte im Globalen Süden unterstützt. Mir macht es einfach Spaß, mich vielseitig für andere Menschen einzusetzen.
Das würde ich gerne können …
Armut, Elend und Kriege verhindern oder stoppen. Leider ist das nicht so einfach. Darum fange ich im Kleinen beim VdK an und setze mich dort für die Menschen und ihre Interessen ein.
Was verbindest du persönlich mit dem VdK?
Beim VdK bin ich, weil ich Menschen helfen und miteinander vernetzen möchte. Gerade in gesellschaftlich schwierigen Zeiten ist Zusammenhalt wichtig – und genau dazu trägt der VdK bei!
