Kategorie Behinderung Behinderung im Job

VdK fordert gezielte Aufklärung der Unternehmer für mehr Inklusion am Arbeitsmarkt

Seit Jahren steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung an: 14890 Personen haben in Niedersachsen aktuell keinen Job, das sind noch einmal 5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. „Unsere Wirtschaft sucht händeringend nach gutem Personal und gleichzeitig werden hier tausendfach Chancen vertan“, kritisiert Friedrich Stubbe, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen, die fehlende Einstellungsbereitschaft. Er verlangt deshalb zum Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember mehr Aufklärung über die Fördermöglichkeiten für Betriebe, die vielfach noch unbekannt sind.

Ein Mann mit Down-Syndrom bei der Arbeit an einer Kaffeemaschine
© Mikhail Nilov auf pexels.com

„Unternehmer schrecken leider immer noch vor den Anforderungen der schwerbehinderten Bewerber zurück, dabei sind diese meist technisch und organisatorisch mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu erfüllen. Was außerdem viel zu wenig bekannt ist: Unternehmen können finanzielle Unterstützung erhalten zur behindertengerechten Einrichtung von Arbeitsplätzen, für geeignete Kommunikationsmittel oder eine Arbeitsassistenz“, erklärt Friedrich Stubbe. Dabei unterstützen die Integrationsämter in Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück und Bremen. Auch kann ein Eingliederungs- bzw. Beschäftigungszuschuss für maximal drei Jahre gewährt werden.

Der VdK-Chef erinnert daran, dass auch über Strafen keine nennenswerte Verbesserung der Arbeitsmarktlage stattgefunden hat: „Die Erhöhung der Ausgleichsabgabe im letzten Jahr hat kaum Wirkung gezeigt, deshalb ist es jetzt an der Zeit, die Unternehmen aktiv aufzuklären und ihnen so die Sorge vor möglichen Hürden zu nehmen.“ Der VdK fordert die Landesregierung daher auf, mit gezielten Maßnahmen wie einer Infokampagne die Inklusion am Arbeitsmarkt voranzubringen.

Hintergrund

Tatsächlich beschäftigt mehr als jedes vierte Unternehmen in Niedersachsen keinen einzigen Menschen mit Behinderung. Dabei sind fast 17.000 Unternehmen gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Nur weniger als die Hälfte erfüllt diese Anforderung.

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