Familienarbeit darf nicht nur auf dem Rücken der Mütter abgeladen werden!
Die Familie gilt als wichtigste Einheit der Gesellschaft. Doch sie wird vom Staat kläglich allein gelassen, kritisiert der VdK Niedersachsen-Bremen zum Tag der Familie am 15. Mai und verlangt mehr Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Denn kommen Kinder oder pflegebedürftige Angehörige dazu, sind die Frauen hauptverantwortlich: Sie übernehmen den größten Teil der Care-Arbeit und müssen dafür ihre Erwerbstätigkeit reduzieren.

VdK-Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens mahnt: „Die Ursache dafür ist in unserem Sozialstaat zu finden: Er ist auf pflegende Angehörige und deren unbezahlte Erziehungsarbeit angewiesen – anders funktioniert er nicht, denn entsprechende Strukturen wie verlässliche Ganztagsbetreuung für Kinder oder Pflegebedürftige sind einfach nicht ausreichend vorhanden.“ Mütter mit Kindern unter drei Jahren arbeiten zu 73 Prozent in Teilzeit, bei den Vätern sind es gerade mal 8 Prozent, hat das Landesamt für Statistik Niedersachsen ermittelt. Damit beide Elternteile einer existenzsichernden Beschäftigung nachgehen können, verlangt der VdK ausreichende und verlässliche Betreuungsplätze für Kleinkinder und Pflegebedürftige – und nimmt dabei besonders die Kommunen und Städte in die Pflicht.
„Außerdem appellieren wir an die Gesellschaft, Sorgearbeit gleichberechtigt zwischen den Geschlechtern aufzuteilen, anstatt alte Rollenmuster zu zementieren“, so Menkens. „Deshalb muss das Elterngeld endlich so ausgestaltet werden, dass die Care-Arbeit von Beginn an gerecht auf beide Elternteile verteilt wird. Erst dann wird ein Umdenken stattfinden und Familie und Beruf können wirklich vereinbart werden“, ist sich die Landesfrauenvertreterin sicher.
Hintergrund: In den letzten Jahren hat sich die Bezugsdauer der Männer beim Elterngeld laut Statistischem Bundesamt kaum verändert: Sie liegt mit durchschnittlich 3,8 Monaten weiter deutlich hinter den 14,9 Monaten der Frauen.