Kategorie Pflege

Bedürfnisse von Pflegenden nicht länger ignorieren!

Zum Tag der Pflegenden am 12. Mai schauen wir auf die Zahl der Pflegebedürftigen in Niedersachsen und Bremen: Aktuell sind es mehr als 670.000 - ein Plus von über 14 Prozent bzw. rund 85.000 Menschen in nur zwei Jahren. Doch wer pflegt sie – heute und in Zukunft? Der überwiegende Teil wird zuhause versorgt, von Angehörigen und teils mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste. Hierzu braucht es mehr als nur Lippenbekenntnisse der Politik. Der Unterstützungsbedarf der Pflegenden muss endlich ernst genommen und aktiv angegangen werden, fordert der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen.

Die Hand einer Frau auf den Händen einer älteren Frau
© Sabine van Erp auf Pixabay

VdK fordert Verzahnung von professioneller Pflege und Angehörigenpflege

„Tausende pflegende Angehörige sind am Limit“, warnt VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe. Sie kümmern sich Tag und Nacht um ihre Angehörigen, haben ihre Erwerbsarbeit dafür reduziert oder ganz aufgegeben und stellen ihre eigene Gesundheit für die Betreuung hintenan. Hier braucht es nach Ansicht des VdK gezielte Entlastungsangebote wie den Rechtsanspruch auf einen Tagespflegeplatz. Aber auch eine engere Verzahnung von professioneller Pflege und der Angehörigenpflege sei dringend nötig. „Wir müssen die Kompetenzen der pflegenden Angehörigen stärken, damit klar wird, was sie selbst leisten können und wobei sie professionelle Unterstützung durch Pflegedienste benötigen. Das hilft beiden Seiten“, weiß Stubbe.

Gleiches gilt auch für die beruflich Pflegenden: Pflegeleitungen müssen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter besser im Blick haben, verlangt der VdK. Denn häufig werden Aufgaben über fachliche Kompetenzen oder körperliche Grenzen hinaus übernommen. Das kann lebensgefährliche Fehler nach sich ziehen, in jedem Fall aber bringt es Überforderung, Frustration und Kündigungen mit sich. Zugleich müssen beruflich Pflegende von überbordender Bürokratie entlastet werden. Und es braucht einheitliche Tarife, damit die ohnehin schon knappen Arbeitskräfte nicht aus anderen Berufszweigen wegen finanzieller Vorteile abgeworben werden. 

„Es gibt viel zu tun und das Problem lässt sich keineswegs von heute auf morgen beheben. Aber es muss zügig angepackt werden“, mahnt der VdK-Landeschef. „Denn wenn der Unterstützungsbedarf der häuslichen und ambulanten Pflege weiterhin von der Politik ignoriert wird, dann laufen wir sehenden Auges auf den Pflege-Abgrund zu.“