Frauenarbeit im Fokus: Austausch, Aufklärung und neue Impulse
Landesfrauenkonferenz: Dr. Melanie Hümmelgen informierte zur Frauengesundheit

„Wir haben auch im Jahr 2026 noch ein gutes Stück Arbeit vor uns“, erklärte Gunda Menkens bei der diesjährigen Landesfrauenkonferenz. Denn Frauen verdienen im Schnitt immer noch 16 Prozent weniger als Männer, das Renteneinkommen liegt sogar um 27 Prozent niedriger und auch der überwiegende Anteil der unbezahlten Sorgearbeit wird weiterhin von Frauen geleistet.
Auf Einladung der Landesfrauenvertreterin waren 30 Kreisfrauen nach Walsrode gekommen, um über die sozialpolitischen Forderungen des VdK in der Frauenarbeit zu sprechen, sich über ihre Kreisgrenzen hinaus zu vernetzen und neue Impulse für ihre Arbeit vor Ort zu bekommen.
Vortrag Frauengesundheit
Höhepunkt der Konferenz war der Besuch von Dr. Melanie Hümmelgen, ärztliche Direktorin der Mühlenbergklinik Holsteinische Schweiz und bekannt aus der NDR-Sendung „Die Bewegungs-Docs“. Sie machte in ihrem Vortrag zur Frauengesundheit deutlich: Es gibt enorme Unterschiede in der Anatomie von Frauen und Männern. „Das Frauenherz ist beispielsweise kleiner als bei Männern. Auch ist der weibliche Körper durch Hormone zunächst besser geschützt, was jedoch in den Wechseljahren nachlässt.“ Gerade in Bezug auf Herzkrankheiten kann dies sehr gefährlich werden. Denn Frauen würden häufiger nicht ernst genommen, sie würden seltener zu Fachärzten überwiesen und warteten in der Regel länger in der Notaufnahme als Männer, erklärte die Kardiologin. Doch woher kommt das? Die medizinische Forschung ist immer noch überwiegend auf Männer mittleren Alters ausgelegt. Das wirkt sich auf die Diagnose und Behandlung aus und führt häufig dazu, dass Krankheiten nicht richtig erkannt oder mit falsch dosierten Medikamenten behandelt werden.
„Wenn wir Ärzte nichts finden, heißt es nicht, dass die Frauen nicht krank sind. Häufig ist unsere Technik einfach noch nicht genügend ausgelegt auf die körperlichen Unterschiede“, so Dr. Hümmelgen. Frauen haben vielfach andere Symptome. So äußert sich ein Herzinfarkt bei ihnen nicht unbedingt mit Druck auf der Brust, sondern eher durch Übelkeit, Rückenschmerzen und andere unklare Schmerzen. Ihr Rat an die Frauen lautete daher: „Wenn Sie Beschwerden haben, der Arzt aber nichts diagnostiziert: Geben Sie sich damit nicht zufrieden, sondern gehen Sie zu einem anderen Arzt!“




Aktionen und Workshops
Nach dem äußerst aufschlussreichen Austausch mit der Expertin beschäftigten sich die VdK-Frauen mit der Fragestellung, wie sie ihre frauenpolitischen Forderungen noch stärker in die Öffentlichkeit bringen können. In Kleingruppen entwickelten sie anschließend verschiedene Veranstaltungskonzepte von der Planung bis zur Durchführung: Dabei waren Ausflugsfahrten ebenso wie Präventionsvorträge und Aufklärungsveranstaltungen zu Gewalt gegen Frauen. Gerade letzteres Thema soll in Zukunft weiter vertieft werden.
Gunda Menkens freute sich über den regen Austausch der Frauen untereinander. „Bei meinen Besuchen in unseren Verbandsstufen bin ich immer wieder stolz, wie aktiv ihr Frauen vor Ort seid – macht weiter, so können wir gemeinsam aufklären und die immer noch bestehenden Ungleichheiten überwinden!“
