Kategorie Gleichberechtigung

Unbezahlte Sorgearbeit ist Grund für Lohnlücke

„Immer noch verdienen Frauen in Deutschland viel weniger als Männer“, kritisiert VdK-Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens zum Equal Pay Day die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. Für sie sind alte Rollenmuster und fehlende Betreuungsmöglichkeiten der Grund dafür, dass Frauen im Job und bei der finanziellen Absicherung nach wie vor abgehängt sind.

Gunda Menkens

„Die Lohnlücke ist so groß, dass Frauen bis zum Equal Pay Day am 27. Februar praktisch unbezahlt arbeiten. Wo bleibt da die Gleichberechtigung?“. 

Gunda Menkens, Landesfrauenvertreterin

Gunda Menkens moniert die noch immer bestehende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern von durchschnittlich 16 Prozent. 

Die Gründe für die finanzielle Ungleichheit liegen nach Ansicht des VdK tief in Gesellschaft und Sozialstaat verwurzelt: „Alles steht und fällt mit der gleichberechtigten Aufteilung unbezahlter Sorgearbeit! Es darf nicht länger selbstverständlich sein, dass der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau nur hinzuverdient, weil sie hauptverantwortlich ist für Kinder und pflegebedürftige Angehörige“, so Menkens. Dazu sei ein gesellschaftliches Umdenken nötig, um veraltete Strukturen aufzubrechen. Aber auch entschlossenes politisches Handeln sei gefragt: „Wir brauchen flächendeckend zuverlässige Betreuungsstrukturen für Kinder und Pflegebedürftige, eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige sowie mehr Anreize, um die Sorgearbeit gerecht aufzuteilen. Mit einer Reform des Elterngeldes könnten die politisch Verantwortlichen einen entscheidenden Beitrag leisten, um das Gerechtigkeitsproblem zu verringern“, fordert die VdK-Frauenvertreterin.

Denn wenn schon im Kindesalter traditionelle Rollenbilder vermittelt werden, dürfe man sich nicht wundern, wenn sich diese über Berufswahl und Familienleben bis ins hohe Alter durchziehen. Der Großteil der Frauen könne aktuell nur eingeschränkt am Arbeitsmarkt teilhaben, rutsche automatisch in schlechter bezahlte Berufe und habe geringere Aufstiegschancen, mit fatalen Folgen für das aktuelle Einkommen und die spätere Rente – mehr als 20 Prozent der Frauen sind im Alter armutsgefährdet. 

Hintergrund: Der Equal Pay Day am 27. Februar 2026 markiert symbolisch den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern, der seit 2024 in Deutschland 16 Prozent beträgt.