Kategorie Tipp Teilhabe

Steuerbescheid wird digital

Ab 2027 gibt es die Steuerbescheide vom Finanzamt grundsätzlich nur noch in digitaler Form. Grund dafür ist das Bürokratieentlastungsgesetz. Für Menschen ohne Internetzugang gibt es aber Ausnahmen, den Bescheid weiter per Post zu erhalten.

Ein aufgeschlagener Ordner mit einem Taschenrechner und einem Kugelschreiber
© jacqueline macou auf Pixabay.com

Info / Update

Ursprünglich war die Digitalisierung der Steuerbescheide bereits ab 1. Januar 2026 geplant – wir haben in der Februar-Ausgabe der VdK-Zeitung darüber berichtet. Nun haben sich das Bundesfinanzministeriums (BMF) und der Bund der Steuerzahler darauf geeinigt, den verpflichtenden digitalen Steuerbescheid auf 2027 zu verschieben und sich damit mehr Zeit für die Umstellung zu lassen. 

Digitalisierung voranbringen und die Verwaltung vereinfachen, das sind die Ziele des Bürokratieentlastungsgesetzes. Deshalb werden die Bescheide zu den Steuererklärungen 2026, die im Jahr 2027 verschickt werden, bereits vollständig digital zugestellt. „Die Neuerung betrifft nicht nur Einkommensteuerbescheide“, erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. „Auch Messbescheide, Feststellungsbescheide und weitere Verwaltungsakte der Finanzverwaltung werden künftig digital bereitgestellt.“ Den Bescheid findet man nach der Bearbeitung durch das Finanzamt als PDF-Datei in seinem Elstar-Postfach. Und auch hier gilt: Vier Tage nach Bereitstellung beginnt automatisch die einmonatige Einspruchsfrist. Deshalb sollte das Postfach unbedingt regelmäßig überprüft bzw. die E-Mail-Benachrichtigung aktiviert werden, rät Karbe-Geßler. 

Ausnahmen für Offliner

Wenn Personen aus alters- oder gesundheitlichen Gründen die digitale Handhabung nicht zumutbar ist, sowie für Menschen ohne Internetzugang, gelten Ausnahmen: Sie müssen beim Finanzamt eine sogenannte Härtefallregelung beantragen, dann erhalten sie die Bescheide weiterhin in Papierform. Da das Finanzamt diese Personengruppe aber nicht automatisch kennt, müssen Betroffene selbst aktiv werden.

Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen verlangt in diesem Zusammenhang eine umfassende Aufklärungskampagne sowie die Einrichtung einer Telefon-Hotline, unter der sich Betroffene informieren können und wo sie entsprechende Unterstützung erhalten. „Noch immer gibt es in Deutschland 2,8 Millionen Offliner! Diese Menschen dürfen wir nicht ausgrenzen. Trotz aller Digitalisierung in unserem Land fordern wir auch weiterhin ein Nebeneinander von analogen und digitalen Angeboten“, so VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe.