Sorge- und Erwerbsarbeit gleichberechtigt aufteilen!

Ein Kommentar von Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens zum Equal Pay Day 2026

Gunda Menkens
Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens © Peter Himsel

Es ist ein kleiner Lichtblick: Wir feiern den Equal Pay Day, den Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, jedes Jahr etwas früher. Das heißt: Der Verdienstunterschied wird kleiner. In diesem Jahr fällt der Tag auf den 27. Februar, denn die Lücke beim Gehalt liegt aktuell bei 16 Prozent, gegenüber 18 Prozent im letzten Jahr.

Trotzdem ist sie noch da. Ausschlaggebend dafür sind gar nicht so sehr ungleich bezahlte Jobs, sondern vielmehr die immer noch vielerorts traditionelle Rollenaufteilung: Spätestens wenn Kinder oder zu pflegende Angehörige ins Spiel kommen, reduzieren überwiegend Frauen ihre Arbeitszeit und übernehmen den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Der Grund dafür liegt in unserem Sozialstaat begründet: Er ist auf pflegende Angehörige und unbezahlte Erziehungsarbeit angewiesen – anders funktioniert er nicht, denn entsprechende Strukturen wie verlässliche Ganztagsbetreuung für Kinder sind einfach nicht ausreichend vorhanden. So entsteht schon während des Erwerbslebens ein gewaltiger Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern: Mütter mit Kindern unter drei Jahren arbeiten zu 73 Prozent in Teilzeit, bei den Vätern sind es gerade mal 8 Prozent.

Da die unbezahlte – und leider oft unsichtbare – Sorgearbeit von unserem System aber nicht entsprechend honoriert wird, entsteht gleich im Anschluss die fast noch schlimmere Rentenlücke: Denn eine Frau, die genau die Rolle übernimmt, die das System von ihr verlangt, wird bei der Rentenzahlung dafür paradoxerweise auch noch bestraft. Altersarmut lässt grüßen.

Aus diesem Grund setzen wir VdK-Frauen uns auch in diesem Jahr wieder für die gleichmäßige Aufteilung von Sorgearbeit und Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern ein, um Armut und Ungerechtigkeit in jedem Alter zu verhindern. Machen Sie gerne mit, wir freuen uns über jede Person, die unsere Forderungen ins Land trägt und damit ein Umdenken in der Gesellschaft und Veränderungen in unserem Sozialsystem herbeiführt!