Ministerpräsident beim VdK-Aktionstag in Bad Zwischenahn
Häusliche Pflege braucht mehr Sichtbarkeit – Bundes- und Landespolitik informierte sich in Bad Zwischenahn


Unter dem Motto „Wer pflegt Dich?“ hatte das ehrenamtliche Vorstandsteam um Bernd Horrmeyer verschiedene Anbieter von Unterstützungsleistungen zusammengeholt, entlang des typischen Pflegeverlaufs von der Vorsorge bis zum Hospiz. Die Besucher konnten sich im direkten Gespräch, aber auch bei Vorträgen und Workshops über Entlastungsangebote informieren. Denn vielen Betroffenen ist die Unterstützung gar nicht bekannt und deshalb werden Leistungen vielfach auch nicht in Anspruch genommen. „Pflegende Angehörige sind das stabile, aber häufig unsichtbare Fundament unserer Gesellschaft“, erklärte Vorsitzender Bernd Horrmeyer. „Wir wollten zeigen: Sie sind nicht allein – und ihre Arbeit wird gesehen und wertgeschätzt.“
Viel Zeit für Gespräche
Dass neben Bad Zwischenahns stellvertretender Bürgermeisterin Katharina Fischer-Sordon auch Politiker wie Ministerpräsident Olaf Lies und der Bundestagsabgeordnete Stephan Albani an der Veranstaltung teilnahmen, machte deutlich, wie wichtig dieses Thema ist. Der Ministerpräsident nahm sich viel Zeit für Gespräche – und dieses Interesse kam bei den Besuchern gut an. „Diese Veranstaltung und der Austausch sind sehr wertvoll für uns. Wir müssen mit den Betroffenen sprechen, um gemeinsam Lösungen zu finden“, erklärte er. Lange galt die Angehörigenpflege als selbstverständlich. Doch heute seien Familien nicht mehr unbedingt vor Ort, auch deshalb brauche es wirksame Unterstützungsangebote. „Unser Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, damit die Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt zuhause leben können“, so Lies.
In der abschließenden Fragerunde bekräftigte der Ministerpräsident die wichtige Arbeit der Senioren- und Pflegestützpunkte in Niedersachsen und versprach, diese weiter zu stärken, soweit es die finanziellen Mittel zulassen. VdK-Landesvorsitzender Friedrich Stubbe hob außerdem die Dringlichkeit von verlässlichen Entlastungsangeboten wie Tagespflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege für pflegende Angehörige hervor. „Die Menschen brauchen planbare Auszeiten, damit sie wieder neue Kraft für die Pflege ihrer Liebsten schöpfen können“.



Fazit
Sichtlich zufrieden zeigten sich die VdK-Vertreter mit der Veranstaltung: „Dieses große Interesse von Seiten der Politik – von der Bürgermeisterin bis zum Ministerpräsidenten – war überwältigend. Es zeigt uns, dass das Thema ernst genommen wird. Gleichzeitig war es eine Wertschätzung unseres ehrenamtlichen Engagements für die Menschen vor Ort und das freut uns sehr.“


Mehr Infos
Der Aktionstag war eine Veranstaltung im Rahmen der zweiten Woche der pflegenden Angehörigen in Niedersachen unter dem Titel „Wer pflegt dich?“.