Kehrtwende in der Pflege nötig!
"2.903 Euro – so viel müssen Pflegebedürftige in Niedersachsen mittlerweile auf den Tisch legen, wenn sie einen Platz im Pflegeheim brauchen, wohlgemerkt pro Monat! Bremen steht im bundesweiten Vergleich sogar an der Spitze mit 3.637 Euro monatlich. Wohin soll das noch führen? Ein Ende der Kostensteigerungen ist nicht in Sicht", erklärt Friedrich Stubbe, Landesvorsitzender des VdK Niedersachsen-Bremen.
"Stattdessen sind Schätzungen zufolge bereits jetzt mehr als 30 Prozent der 710.000 Pflegeheimbewohner deutschlandweit auf Sozialhilfe angewiesen. Was aber noch schwerer wiegt: Ganz viele Menschen können sich diese immense Summe jeden Monat gar nicht leisten und bleiben deshalb zuhause – 4,8 Millionen Menschen werden versorgt von ambulanten Pflegediensten, bei denen Leistungen eingespart werden, wenn das Geld nicht reicht. Und von Angehörigen, die vielfach am Limit ihrer Belastbarkeit sind, aber nicht aufgeben können, weil nicht klar ist, wie es dann für die pflegebedürftige Ehefrau oder den Vater weitergeht.
Wir brauchen hier ganz klar eine Kehrtwende, hin zu einer Pflegeversicherung, die ihr ursprüngliches Ziel wieder erfüllt: Menschen bei Pflegebedürftigkeit vor Armut zu schützen. Dazu müssen alle pflegebedingten Kosten, ambulant wie stationär, übernommen werden. Eine Pflegeversicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, wäre der richtige Weg zu einer soliden Finanzierung. Die Politik darf nicht länger wertvolle Zeit und Ressourcen in Arbeitsgruppen vergeuden, um immer neue Sparmodelle auszuarbeiten. Jetzt ist Zeit für Veränderungen, um Pflege langfristig zu sichern und die Menschen in unserem Land gut zu versorgen!"