Ein besonderer Rundgang durch die Stadtgeschichte Bremerhavens

Am 09.April haben Frauenvertreterinnen aus Bremen und Bremerhaven im Rahmen der Weltfrauenwoche 2026 an der Führung „Starke Frauen aus Bremerhaven – Ein besonderer Rundgang durch die Stadtgeschichte“ im Historischen Museum Bremerhaven teilgenommen. Frau Dr. Kerstin Ras-Dürschner stellte die Biographien außergewöhnlicher Bremerhavener Frauen vor.
Gesine Wencke (1807-1866) führte als Witwe das Vermächtnis ihres Mannes und damit die Geschäfte der Wencke-Werft erfolgreich weiter. Damit war sie die erste Großunternehmerin in Bremerhaven.
Ihrer Enkelin, Sophie Wencke, gelang es, sich in der von Männern dominierten Kunstszene in Worpswede durchzusetzen. Sie konnte mit ihrer Arbeit die Familie nach dem Zusammenbruch der Werft ernähren.
Ganz anders waren die Lebensumstände vieler unbekannter Frauen, die seit den 1920er Jahren in der Fischindustrie oder auf den Werften unter schwierigsten, auch körperlich harten Bedingungen, arbeiteten.
Unvergessen sind auch Frauen wie Minna Rattay, die als Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime kämpfte und 1943 im KZ Ausschwitz starb sowie Jeannette Schocken, die in Bremerhaven ausharrte, weil sie sich um ihre Tochter sorgte. Sie wurde von den Nationalsozialisten nach Minsk deportiert, wo sie dann starb.
Die Geschichte der Frauenbewegung begann schon weit vor dem ersten Internationalen Frauentag in Deutschland im Jahr 1911. Die Verankerung der Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz 1948/49 ist zum großen Teil Verdienst von Elisabeth Selbert, einer der „Vier Mütter des Grundgesetzes“, die den Artikel 3 Absatz 2 im Grundgesetz erkämpfte und damit den Grundstein für die Möglichkeiten der heutigen Frauen gelegt.
Trotzdem müssen die Frauen weiterhin um die Erhaltung und Verfestigung der Frauenrechte kämpfen, auch im Rahmen der Tätigkeit als Frauenvertreterinnen beim VdK!
Rosi Kluth-Münch und Petra Fiedler

